Donnerstag, 8. Januar 2015

6 Jahre alt

Lieber ältester Sohn!
Wo ist nur die Zeit geblieben?
Einerseits kommt es mir so vor als wäre es erst gestern gewesen als du geboren wurdest.
Es war eisig kalt, die Straßen waren voll Eis und Schnee als wir gegen 18 Uhr am Abend des 7. Januars 2009 in Karlsruhe zum Krankenhaus fuhren. Es sollte aber noch fast 24 Stunden dauern bis du geboren warst. Der 8. Januar war ein wunderschöner Tag soweit ich das aus dem Kreißsaal heraus mitbekommen habe. Blauer Himmel, Sonnenschein, Eis und Schnee. Herrlichstes Winterwetter.
Andererseits kommt es mir so vor als ob du schon ewig bei uns wärst. Du bist schon so groß inzwischen, nach den Sommerferien kommst du schon in die Schule, du warst immer der vernünftigstes und verständigste, man konnte dir immer mit guten Argumenten Sachen begreiflich machen, ganz anders als deinen kleinen Brüdern. Dafür bist du auch sehr empfindlich. Du steht überhaupt nicht gerne im Mittelpunkt was die Feiern im Kindergarten die letzten 2 Jahre sehr kurz gestaltet haben und nach deinem letzten Geburtstag meintest du: der Geburtstag war schön aber im Kindergarten willst du nie wieder feiern. Gut das NIE im Kindesalter oft nur 5 Minuten dauert. Im letzten Jahr warst du dann bei der Ergotherapie zum einen um deine motorischen Bewegungen etwas fließender werden zu lassen oder sie überhaupt zu schulen zum anderen um deine Unsicherheiten etwas abzubauen, das du dir selber Sachen zutraust. Vieles hat sich gebessert, ob durch die Therapie oder das Alter wird man wohl nie wissen, aber da du gerne dorthin gegangen bist hat es wohl auch nicht geschadet. Die Ergotherapeutin hat uns und den Erzieherinnen im Kindergarten auch gesagt was man noch machen könnte um weitere Erfolge zu erzielen
Grundsätzlich bist du ein Frühaufsteher. Wenn dir etwas Spaß machst oder du den Sinn erkennt warum man/wir/du das machen sollst machst du es auch (gerne) wenn nicht dann nicht oder nur unter Protest, was nicht heißt das es dir im Endeffekt nicht doch Spaß macht. Du musst dich (oder deinen inneren Schweinehund) nur erst überwinden.
Du sprichst sehr gut, schon immer und drückst dich oft gewählt aus.
Du hast einige wenige Freunde mit denen du oft und gerne spielst, kannst dich aber auch (schon immer) gut selbst beschäftigen oder mal mit deinem Bruder spielen, zumindest solange er im großen und ganzen das macht was oder wie du gerne möchtest. Vor allem im Garten könnt ihr euch stundenlang beschäftigen, auch in Rollenspielen lebt ihr eure Fantasie aus wenn auch nicht in der klassischen Vater-Mutter-Kind Variante die ich noch nie erlebt habe, eher als irgendeine Art Handwerker, Hunde (und Besitzer), Pferde (und Besitzer). Dein Hund Stupsi ist inzwischen schon sehr abgeliebt und überall dabei.
Du ziehst dich selbständig alleine aus, an oder um, dabei brauchst du alles keine Hilfe mehr. Auch dein Brot willst du oft schon alleine schmieren. Du bist immer weniger auf uns angewiesen und ich bin mir ganz sicher das es dir nicht schwer fallen wir mit Oma und Opa2 Wochen in Urlaub zu fahren über Ostern, ein Special weil du in die Schule kommst.
Du bist schon richtig groß, aber manchmal brauchst du uns doch noch wenn du nachts schlecht träumst oder du abends noch jemand zum kuscheln brauchst, wenn du dich mal wieder vom Papa durchkitzeln lassen willst oder von Mama oder Papa getröstet werden musst, auch bei scheinbar banalen Sachen wie Haare schneiden oder du im Kindergarten nicht mehr dazu gekommen bist ein Spiel zu spielen.
Du wirst groß,aber lass dir noch etwas Zeit, die brauchen wir nämlich noch um uns daran zu gewöhnen!

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